Was isst man in Wien? - Die besten Klassiker

Kathrin
April, 2025

Wien ist ein Schmelztiegel der Kulturen – das zeigt sich auch auf dem Teller. Zwischen Schweinsbraten, türkischem Kebab und frischer italienischer Pasta findet hier jeder seinen Geschmack. Doch wer die Stadt zum ersten Mal besucht, sollte unbedingt die klassische Wiener Küche entdecken. Sie vereint Einflüsse aus der ehemaligen k.u.k. Monarchie – von Böhmen bis Ungarn – und bringt deftige Hausmannskost ebenso auf den Tisch wie raffinierte Mehlspeisen. Ob im Traditionsgasthaus, beim Heurigen oder im Kaffeehaus: In Wien ist Essen ein Stück gelebter Kultur.

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Vorspeisen

Der Einstieg in ein Wiener Menü beginnt oft mit einer Suppe: Die Rindsuppe mit Einlage ist ein Fixpunkt – kräftig und klar, serviert mit Grießnockerln, Leberknödeln oder Frittaten. In Heurigen und Beisln findet man kalte Klassiker wie Liptauer – ein würziger Aufstrich aus Topfen – oder saure Wurst mit Zwiebeln und Essigmarinade. Beliebt sind auch Heringssalat mit Apfel und Roter Bete oder marinierter Matjes. Blutwurst oder Presswurst mit Essig & Öl, dazu scharf geschnittene Zwiebeln, bringen den typischen Wiener Würze-Kick. Wer es warm mag, startet mit einer kleinen Portion Beuschel oder hausgemachten Fleischlaberln.

  • Rindsuppe mit Grießnockerln, Leberknödeln oder Frittaten
  • Aufstriche wie Liptauer, im Frühling Bärlauch
  • Heringssalat mit Apfel und Roter Bete
  • Blutwurst

Hauptspeisen

Die klassische Wiener Küche ist fleischlastig. Das Wiener Schnitzel ist dabei der Klassiker schlechthin: ein dünnes, knusprig paniertes Kalbsschnitzel, traditionell serviert mit Erdäpfelsalat.

Ein weiterer Liebling ist der edle Tafelspitz – zart gekochtes Rindfleisch mit Apfelkren, Schnittlauchsauce und Gemüsebeilagen. Wer es herzhafter mag, greift zu einem saftigen Zwiebelrostbraten oder zum Wiener Saftgulasch, das seinen Ursprung in der ungarischen Küche hat.

Ein echtes Wiener Wirtshausgericht ist das Beuschel – ein Ragout aus Kalbsinnereien – während das Backhendl mit seiner knusprigen Panade besonders in den traditionellen Heurigen beliebt ist. Im Prater ist die knusprig gebratene Stelze im Schweizerhaus ein besonderes Genusserlebnis: außen resch, innen zart, begleitet von Senf, Krautsalat und frisch gezapftem Bier.

Wer es lieber deftig-süß mag, probiert den Germknödel: ein gedämpfter Hefekloß mit Powidlfüllung, überzogen mit Mohn und zerlassener Butter. Oder die flaumigen Marillenknödel, gefüllt mit reifen Wachauer Marillen, übergossen mit Butter und bestreut mit süßen Bröseln – ein Klassiker der Sommerküche.

Typische Beilagen wie Erdäpfelsalat mit Essig-Zwiebel-Marinade oder mariniertes Kraut runden viele dieser Gerichte ab.

  • Tafelspitz
  • Wiener Schnitzel (Kalb)
  • Cordon Bleu
  • Backhendl
  • Zwiebelrostbraten
  • Wiener Saftgulasch
  • Beuschel
  • Stelze (Im Schweizer Haus, am Prater)

Süß:

  • Germ- und Marillenknödel
  • Kaiserschmarrn

Mehlspeisen

Die Wiener Mehlspeisküche ist legendär. Unangefochtener Liebling bleibt der Apfelstrudel mit hauchdünner Teighülle, gefüllt mit Äpfeln, Rosinen und einem Hauch Zimt. Immer wieder gern serviert mit Vanillesauce oder Vanilleeis. Genauso typisch ist der karamellisierte Kaiserschmarrn, eine zerrissene, luftige Palatschinke – heiß geliebt als süße Hauptspeise oder in kleinerer Portion als Nachspeise.

International am meisten bekannt ist die Wiener Sachertorte – eine dichte Schokoladentorte mit Aprikosenmarmelade und glänzendem Schokoguss. Vorm Sacherhotel stehen aber hauptsächlich Touristen - diese Torte ist vielen Wienern und Wienerinnen tatsächlich zu süß.

  • Apfelstrudel
  • Kaiserschmarrn
  • Sachertorte
  • Torten, wie Esterházy Schnitte, Cremeschnitte, Himbeer Torte

Kaffeehauskultur

Die Wiener Kaffeehauskultur ist Weltkulturerbe und Herzstück des Wiener Lebensgefühls. Ob Melange, Einspänner oder kleiner Brauner – der Kaffee wird hier zelebriert. In den berühmten Kaffeehäusern wie dem Café Central oder dem Café Sperl trifft sich eine Mischung aus Literaten, Touristen und Stammgästen zum Lesen, Reden und Genießen.

Zu Kaffee und Zeitung gesellen sich klassische Mehlspeisen – vom Strudel bis zur Kardinalschnitte – in einer Atmosphäre, die zum stundenlangen Verweilen einlädt. Das Wiener Kaffeehaus ist nicht bloß ein Ort zum Konsumieren, sondern ein lebendiges Stück Alltagskultur. Wer besonders leckere Torten sucht, dem empfehlen wir die Konditorei Oberlaa, die in Wien mehrere Standorte hat.

Heurigenkultur

Wien ist weltweit die einzige Hauptstadt mit echtem Weinbau mitten in der Stadt – und das schmeckt man. An den Ausläufern des Wienerwalds, zwischen Weingärten und Kopfsteinpflaster, liegt ein Stück Wiener Lebensgefühl: der Heurigen.

Hier schenken Winzer ihren eigenen Wein aus – allen voran den typischen Gemischten Satz, eine echte Spezialität. Anders als bei einer Cuvée wachsen hier mehrere Rebsorten bunt gemischt im selben Weingarten, werden gemeinsam gelesen und verarbeitet – das ergibt komplexe, ausgewogene Weine mit regionalem Charakter. Daneben stehen Sorten wie Grüner Veltliner, Riesling, Welschriesling oder Zierfandler auf der Karte – frisch, trocken und perfekt zum Essen.

Dazu gibt’s Deftiges vom Buffet. Auf den Tellern landen Liptauer, Blunzn, Presswurst oder Braten mit Schwarzbrot und scharfem Kren. Wer’s warm mag, greift zu Kümmelbraten, Erdäpfelgratin oder knusprigem Backhendl.

  • Gut zu wissen: „Heuriger“ meint sowohl den Wein des aktuellen Jahrgangs als auch das Gasthaus.
  • Ein Fauxpas? Bier bestellen. Im Heurigen dreht sich alles um den Wein.

Wo?

Orte wie Grinzing, Neustift oder Stammersdorf sind legendär – hier mischt sich Wiener Stadtleben mit dörflicher Gemütlichkeit.

Heuriger Wolff
Da meine Patentante hier zu Hause ist, muss ich euch diesen Heurigen auf jeden Fall ans Herz legen. In Neustift am Walde gelegen, ist der Heurige Wolff mit eigenem Weinbau eine Institution. Der lauschige Innenhof, die weitläufigen, fast labyrinthartigen Gasträume und die urige Atmosphäre machen ihn zu einem beliebten Ziel – von Touristen über Stammgäste bis hin zum Wiener „Who’s Who“.

Wiener Lokale

Figlmüller
Bekannt als "die Heimat des Schnitzels", serviert Figlmüller seit 1905 das traditionelle Wiener Schnitzel in beeindruckender Größe. Mit mehreren Standorten in der Innenstadt ist es ein Muss für Wien-Besucher.

Zu ebener Erde und erster Stock
Dieses charmante Restaurant im Spittelberg-Viertel bietet moderne österreichische Küche in historischem Ambiente. Der Name ist dem gleichnamigen Theaterstück von Johann Nestroy entlehnt.

SIXTA Restaurant & Bar
Das SIXTA in der Schönbrunner Straße 21 verbindet traditionelle Wiener Küche mit modernem Flair. Die gemütliche Atmosphäre und der freundliche Service werden von Gästen besonders geschätzt.

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